Graduiertenakademie

Jahresprogramm

Die Graduiertenakademie organisiert verschiedene jährliche Veranstaltungsformate zur wissenschaftlichen Weiterqualifizierung und zur Vernetzung. Im Rahmen der Winter- und Sommerakademien werden regelmäßig Workshops zu Forschungsmethoden sowie zu Personal- und Sozialkompetenzen angeboten.

Die nächste Winterakademie findet vom 19. bis 22. Februar 2019 in Bad Herrenalb statt. Programm und Informationen zur Anmeldungen werden im Dezember auf diesen Seiten veröffentlicht.

Die Sommerakademie findet jedes Jahr im Turnus an einer der Pädagogischen Hochschulen Bade-Württembergs statt. 2019 wird sie an der PH Karlsruhe stattfinden.

Das Zukunftsforum Bildungsforschung bietet jungen und etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von inner- und außerhalb der Pädagogischen Hochschulen die Möglichkeit, ihre (bildungswissenschaftlichen) Qualifikations- und Forschungsarbeiten zu präsentieren und mit Kolleginnen und Kollegen in einen interdisziplinären Austausch zu kommen.

2019 findet das Zukunftsforum an der PH Weingarten zum Themenbereich "Bildung und Nachhaltigkeit" statt. 

5. Zukunftsforum Bildungsforschung: Frakturen der Migrationsgesellschaft - Politiken, Praktiken, Professionen

Von 16. bis 17. November 2018 fand an der PH Schwäbisch Gmünd das fünfte Zukunftsforum Bildungsforschung statt. Das Zukunftsforum ist eine bildungswissenschaftliche Nachwuchstagung, die von der Graduiertenakademie der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs organisiert wird. Es stand in diesem Jahr unter dem Titel "Frakturen der Migrationsgesellschaft – Politiken, Praktiken, Professionen".

Die Tagung beschäftigte sich mit Brüchen und Neufusionierungen der Migrationsgesellschaft und nahm dafür Institutionen der Bildung, der Kultur, der sozialen Fürsorge und des „Integrationsmanagements“ sowie alltägliche (Schaffens-)Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens in den Blick. Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhielten die Gelegenheit, ihre Forschungsarbeiten in einem interdisziplinären Umfeld zu diskutieren. Diesen Themen wurden über zwei Tage hinweg in insgesamt elf unterschiedlichen thematischen Panels mit 31 Vorträgen von Promovierenden, Post-Docs und arrivierten Forscherinnen und Forschern unterschiedlicher Fachgebiete nachgegangen.

Zudem wurde es durch zwei Keynote-Vorträge gerahmt. Am ersten Tag widmete sich Prof. Dr. Paul Mecheril (Carl Ossietzky Universität Oldenburg) der Frage nach pädagogischer Professionalität in der Migrationsgesellschaft. Hierbei zeigte er, dass es im migrationspädagogischen Handeln zuallererst darauf ankommt, privilegierte Positionen und imperiale Lebensweisen herrschaftskritisch zu hinterfragen und auf strukturelle Ungleichheiten aufmerksam zu machen.

Am zweiten Tag hielt Prof. Dr. Thomas Faist (Universität Bielefeld) einen Vortrag zu transnationalen Perspektiven auf Migration. Diese hätten seiner Meinung nach den Vorteil, dass sie auf die Erfahrungskontexte von migrierenden Personen über Grenzen hinweg aufmerksam machen. Zudem stellte er mit Blick auf die Debatte um „Flüchtlinge“ die Frage zum reziproken Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Politik und diskutierte Perspektiven für ein stärkeres Engagement von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Die Tagung wurde geleitet von vier Wissenschaftler/innen der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, die für die notwendige Interdisziplinarität des Themas stehen: Juniorprofessorin Dr. Miriam Stock aus der Abteilung Cultural Studies eröffnete als Sprecherin des Scientific Boards die Tagung, in der wissenschaftlichen Leitung wurde sie unterstützt von Prof. Dr. Nazli Hodaie vom Fachbereich Deutsche Literatur und ihre Didaktik, Prof. Dr. Stefan Immerfall, Institutsdirektor der Abteilung Soziologie sowie Dr. Margarete Menz aus der Abteilung Erziehungswissenschaft / Allgemeine Pädagogik.

Die Prorektorin für Forschung, Entwicklung und internationale Beziehungen der PH Schwäbisch Gmünd unterstrich in ihrer Begrüßungsrede die Aktualität und Brisanz dieses Themas, gesellschaftlich wie in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. „Für die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd ist dieses Thema in der Forschung ihrer Mitglieder zentral, nicht umsonst ist Interkulturalität neben Bildung und Gesundheit einer der drei Profilschwerpunkte der Pädagogischen Hochschule.“

Am Freitagabend wurde im Rahmen der Tagung das neu gegründete Zentrum für Migrations- und Integrationsstudien "Migration - Gesellschaft - Schule" (kurz: MiGS) feierlich eröffnet, das gesellschaftlich und bildungsinstitutionell relevante Aspekte, Felder, Entwicklungen und Bedürfnisse im Umfeld von Migration und Flucht aufgreift und neue Forschungen praxisnah anstößt, mit besonderer Berücksichtigung ländlicher Räume und Kontexte.

Über die Graduiertenakademie

Die Graduiertenakademie ist eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs, deren zentrales Ziel die Nachwuchsförderung in der Bildungsforschung ist. Zu diesem Zweck stellt sie ein hochschulübergreifendes Qualifizierungsprogramm bereit, das der interdisziplinären wissenschaftlichen Weiterqualifizierung und Vernetzung dient. Auf diese Weise werden NachwuchswissenschaftlerInnen auf die komplexen Herausforderungen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft vorbereitet.